VIIC
aus Modellbauwiki, der freien Wissensdatenbank
Technik – Der U-Boot-Typ VII C
Wie z. B. U 571 gehörten noch weitere 567 U-Boote im Zweiten Weltkrieg dem Typ VII C an. Damit war der Typ VII C die größte Kriegsschiffbauserie, die je gebaut wurde.
Gleichzeitig trug dieser sich zu Beginn des Krieges auf dem modernsten Stand der Technik befindliche U-Boot-Typ die Hauptlast des Seekrieges.
Dieser Typ hatte auch, bedingt durch seine große Anzahl, die höchste Verlustrate aller Schiffstypen aufzuweisen.
Die Vorstellung von den heutigen modernen U-Booten, die oft sogar in der Lage sind, getaucht die Welt zu umrunden, und ihre Waffen aus den sicheren Tiefen des Ozeans abfeuern, trägt mit Sicherheit dazu bei, dass man sich die U-Boote im Zweiten Weltkrieg ähnlich vorstellt.
Trotz allem ist der Typ VII C mit den heutigen U-Booten kaum zu vergleichen. Bei U-Booten wie U 571 handelte es sich lediglich um konventionelle Tauchboote oder tauchfähige Schiffe, d.h. Schiffe, die hauptsächlich über Wasser fuhren und sich bei drohender Gefahr in die Tiefe retten konnten, um so vom Gegner ungesehen zu bleiben.
Der Grund dafür, dass die U-Boote nur selten tauchten, war in ihrer geringen
Unterwassergeschwindigkeit und der sehr beschränkten Tauchzeit begründet. Sie konnten unter Wasser maximal sieben Knoten laufen, und auch das nur für kurze Zeit. Dann waren ihre Batterien erschöpft und mussten von den Dieselmaschinen wieder aufgeladen werden.
In dieser Abhängigkeit von der Außenluft lag auch das Problem dieser Boote. In einer Gefahrensituation waren sie einfach zu langsam, um dem Feind unter Wasser zu entkommen.
Und sie mussten an die Wasseroberfläche zurück, ob sie nun wollten oder nicht. Und dort fielen viele Boote ihrem Gegner zum Opfer.
Weil das U-Boot um den Druckkörper eine zweite Hülle besaß, handelte es sich bei dem Typ VII C um ein Zweihüllenboot. Diese zweite, 67 Meter lange Hülle bestand aus dem Oberdeck und einem Bug- und Heckteil, der dem Boot eine schlanke Schiffsform verlieh, die wiederum dem U-Boot eine bessere Seefestigkeit und bessere Überwassergeschwindigkeit gab.
Heutige U-Boot-Typen sind mit ihrer Einhüllen-Tropfenform auf die Fahrt unter Wasser optimiert.
Seine schlanke und kleine Form gab dem U-Boot über Wasser den Vorteil, dass es kaum gesehen wurde. Gerade bei Nacht war es sehr schwierig, die niedrige Silhouette eines U-Bootes auszumachen.
Der unter der zweiten Hülle befindliche tunnelähnliche Druckkörper eines U-Bootes vom Typ VII C bestand aus dicht aneinander liegenden ringförmigen Spanten, auf die die 18.5 Millimeter starken Stahlplatten des Druckkörpers befestigt wurden. So entstand ein Druckkörper, der dem Wasserdruck einer Tiefe von 200 Metern und gelegentlich mehr durchaus standhalten konnte. Damit konnten die deutschen U-Boote tiefer tauchen als ihre alliierten Gegner. In den Druckkörper gelangte man nur, indem man durch eines der vier kleinen Luks hinabstieg. Auf einer Feindfahrt war dies sogar nur durch ein Luk möglich, das Turmluk. Das Kombüsenluk sowie die beiden Torpedoluken blieben dann geschlossen. Im Inneren dieses Druckkörpers befindet sich der Lebens- und Arbeitsraum der Besatzung. Jede Ecke war voll gestopft mit Armaturen, Rohren, Leitungen, Maschinenteilen und Instrumenten, die für den reibungslosen Einsatz des Bootes benötigt wurden, sowie mit Waffen und Lebensmitteln. An Platz für die Besatzung wurde erst in zweiter Linie gedacht. Für etwa die Hälfte der Besatzung gab es Kojen, die im Rhythmus des Wachwechsels an Bord genutzt wurden. Kam also ein Mann von seiner Wache, legte er sich in die noch warme Koje des Mannes, der gerade seine Wache angetreten hatte. Teilweise bis zu 57 Mann mussten so allen widrigen Umständen zum Trotz regelrecht zusammengepfercht miteinander leben und arbeiten. Im Bug des Druckkörpers befand sich der Bugtorpedoraum mit 4 Torpedorohren und jeweils einigen engen Kojen für die Mannschaften, die sich an den beiden Seiten des Bootes befanden. Zwischen den Kojen hingen in der Regel einige Hängematten und darunter befand sich ein Klapptisch, an dem die Mahlzeiten eingenommen werden konnten. Außerdem wurden hier auch die meisten der 14 an Bord befindlichen Torpedos gelagert und geregelt. An den Bugraum schloss sich eine Toilette sowie der Oberfeldwebelraum an. Nach dem Oberfeldwebelraum kam der Offizierswohnraum mit ebenfalls sehr beengten Schlaf- und Essensplätzen für die Offiziere. Als Nächstes folgten der Horchraum und der Funkraum auf der Steuerbordseite des Bootes und der winzige, durch einen Vorhang zum Gang abgetrennte Kommandantenraum auf der Backbordseite. Durch ein Kugelschott abgetrennt folgte nun das Herz des U-Bootes, die Zentrale mit allen wichtigen Steuer- und Taucheinrichtungen sowie dem Luftzielsehrohr, dem Kompass und dem Navigationstisch. Über der Zentrale befand sich der Turm mit dem Angriffssehrohr und diversen Steuereinrichtungen sowie dem Torpedovorhaltrechner. Über dem war die nach hinten geöffnete Brücke zu finden. Sie diente als Aussichtsplattform bei Überwasserfahrt. Hinter der Brücke befand sich der so genannte Wintergarten mit der Flugabwehrbewaffnung des U-Bootes. Hinter der Zentrale befand sich ebenfalls durch ein Kugelschott abgetrennt der Unteroffiziersraum, an den sich die winzige Kombüse anschloss. Nach der Kombüse folgte der Dieselmotorenraum mit den zwei großen Dieselmotoren für die Überwasserfahrt. Dem Dieselmotorenraum schloss sich zu guter Letzt noch der E-Maschinenraum mit den E-Maschinen und der Hecktorpedoraum mit dem einzelnen Hecktorpedorohr an. Damit der Typ VII C seiner Funktion als U-Boot gerecht wird, musste er auch tauchen können. Um ein U-Boot tauchen zu lassen, benötigt man Tauchtanks. Diese Tauchtanks befanden sich wie Satteltaschen jeweils steuerbord und backbord auf dem Druckkörper. Diese wurden während des Tauchens mit Wasser geflutet und erhöhten so das Gesamtgewicht des U-Bootes. Um wieder auftauchen zu können, wurden diese Tauchtanks mit der im Boot gelagerten Pressluft usgeblasen und geleert. Damit wurde das Boot wieder leichter und konnte auftauchen. Des Weiteren gibt es noch Tauchzellen, die im Vor- und Achterschiff zwischen dem Druckkörper und der zweiten Hülle sowie unter der Zentrale angeordnet waren. Solange diese Tauchzellen Luft beinhalteten, hielt sich das U-Boot an der Wasseroberfläche. Sie waren sozusagen die tragenden Luftblasen des U-Bootes. Ließ man die in ihnen enthaltene Luft entweichen, begann das U-Boot ebenfalls zu tauchen. Außerdem gab es noch diverse Trimmtanks, die jeweils vorn und achtern angeordnet waren. Diese dienten dazu, durch Umpumpen von Wasser den Trimmzustand des Bootes herzustellen. Das Boot konnte so unter Wasser auf ebenem Kiel gehalten werden. Schließlich gab es noch Regler- und Torpedoausgleichstanks, die zum Ausgleich für diverse größere Gewichtsverluste z.B. durch Brennstoff-, Schmierstoff-, Munitions-, Proviant- und Trinkwasserabnahme vorgesehen waren. Der Antrieb für die Überwasserfahrt eines U-Bootes vom Typ VII C bestand aus zwei Dieselmotoren, an deren Kupplungen die E-Motoren-Generatoren und zwei Schraubenwellen befestigt waren. Da es sich bei den Dieselmotoren um Verbrennungsmotoren handelte, benötigten diese genügend Frischluftzufuhr, um funktionieren zu können. Für den Antrieb unter Wasser gab es Elektromotoren, die von den unter den Mannschaftsräumen liegenden Batterien mit Energie gespeist wurden. Die Batterien konnten wie schon erwähnt nur im aufgetauchten Zustand oder beim Schnorcheln von den Dieselmotoren aufgeladen werden. Der Brennstoff für die Dieselmotoren wurde in speziellen Brennstoffbunkern gelagert. Diese Brennstoffbunker lagen unten im U-Boot und waren nach außen hin offen, damit der durch Brennstoffverbrauch frei gewordene Raum automatisch mit Seewasser nachgefüllt wurde.
Technik – Technische Angaben zum Typ VII C
Typverdrängung aufgetaucht: 761.29 t Typverdrängung getaucht: 864.69 t
Abmessungen U-Boot gesamt:
- Länge: 67.10 m
- Breite: 6.18 m
- Tiefgang: 4.74 m
- Gesamthöhe: 9.55 m
Abmessungen Druckkörper:
- Länge: 49.40 m
- Durchmesser: 4.70 m
- max. Dicke der Druckkörperplatten: 18.5 mm
Motorenanlage:''
- Diesel: 2 Motoren (GW | MAN)
- E-Maschinen: 2 Maschinen (versch. Fabrikate)
- Batterien: 2 x 62 Zellen AFA 33 MAL 800 W oder E mit
- 9160 Ah bei 20-stündiger Entladung
- Batteriegewicht: 61.996 t
- Höchstleistung aufgetaucht: 3200 PS
- Höchstleistung getaucht: 750 PS
- Höchstgeschwindigkeit aufgetaucht: 17.60 Knoten
- Höchstgeschwindigkeit getaucht: 7.60 Knoten
- max. Fahrstrecke aufgetaucht: 8500 | 8550 sm bei 10 kn und 3250 | 3450 sm bei 17 kn
- max. Fahrstrecke getaucht: 80 sm bei 4 kn und 120 sm bei 2 kn
Kraftstoffvorrat:
- Im Druckkörper: 62.14 t
- mit Tauchbunkern: 105.30 t
- mit Tauch- und Regelbunkern: 113.47 t
- mit zusätzlich gefüllten Torpedozellen 1 u. 3: 121.50 t
Gewichte:
Schiffskörper ohne Ballast:
- S I – Schiffbau: 268.31 t
- S II – Schlosserei: 28.47 t
- S III – Tischlerei: 3.81 t
- S IV – Malerei: 4.09 t
Maschinenanlage:
- M I – Hauptmaschinen: 169.04 t
- M II – Hilfsmaschinen: 41.36 t
- Wasser, Öl, Luft: 5.02 t
Sonstige:
- Bewaffnung und Zuladung: 149.15 t
- Indiensthaltungsreserve: 1.50 t
- Schiffsgewicht ohne Ballast: 67.75 t
- Wirksamer Ballast: 41.14 t
- Schiffsgewicht bei kleiner Zuladung: 711.89 t
- Schiffsgewicht bei großer Zuladung: 761.29 t
Torpedorohre:
- Bug: 4 x 53.3 cm
- Heck: 1 x 53.3 cm
- Torpedos: 14 Stück an Bord
Geschütze:
- Deckgeschütz: 1 x 8.8 cm L/45
- Flugabwehr: 1 x 2 cm (später 2 x 2 cm, 1 x 3.7 cm)
Besatzung:
- Insgesamt: 44 Mann
- Offiziere: 4
- Oberfeldwebel oder Feldwebel: 5
- Unteroffiziere: 9
- Mannschaften: 20
- ab 1940 – 44 Mann (zusätzlich ein Unteroffizier und fünf Mannschaften)
- ab 1943 – bis zu 57 Mann (wegen zusätzlicher Flakbedienungen)
Sonstiges:
- Konstruktionstauchtiefe: 100 m *
- Prüftauchtiefe: 165 m
- Rechnerische Zerstörungstauchtiefe: 250 m **
- geringste Schnelltauchzeit: 25–30 Sekunden
- Werftangaben
- Nach heutigen Erkenntnissen betrug die rechnerische Zerstörungstauchtiefe mindestens 280 m
Quelle: unbekannt
