Flutkanal

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Heutige moderne Mono Boote werden so flach konstruiert, dass sie sich bei einem Überschlag nicht mehr selbst aufrichten und auf dem Deckel liegen bleiben. Sie benötigen eine Umdrehhilfe. Dies wird am besten mit einem Flutkanal gewährleistet. Der Trick besteht nun darin in einen Teil des Bootes Wasser zu lassen, so dass es auf einer Seite absinkt. Dadurch kommt der Propeller wieder ins Wasser und das Boot kann Beschleunigen. Durch das Aufnehmen von Geschwindigkeit dreht sich das Boot vollends und das aufgenommene Wasser fließt wieder heraus.

Für den Bau eines solchen Kanals wird innerhalb des Bootes in Längsrichtung auf ganzer Länge auf der linken Bootsseite ein Schott eingesetzt. Dieses Schott bildet mit dem Bootsboden, der Seitenwand und dem Deck den Flutkanal. Der Heckspant im Bereich des Schotts wird herausgetrennt. Im Bugbereich sollten dann noch Entlüftungsöffnungen vorgesehen werden.

Sollte ein Flutkanal nötig sein und Sie ein Modell aus einem Baukasten erstellen, sind die Maße und der Bauablauf in der Bauanleitung ersichtlich und beschrieben. Das Material liegt bei.

Der Schott sollte senkrecht am linken Deckelrand entlang und nach vorn verlängert bis in den Bug hinein verlaufen. Als Baumaterial für die Wand benutzt man am einfachsten 1- 1,5mm starkes ABS- Material. Profis nehmen selbst hergestelltes, mit Glasgewebe verstärkte dünne Epoxyd- Harz- Platten oder laminieren mit Epoxyd- Harz und Glasgewebe leichte Depronplatten über, welche später wieder herausgearbeitet werden, so dass ein dünnes Epoxydharz- Gewebe- Schott als Wand nach dem Entfernen des Deprons verbleibt. Erst aber muss eine Schablone zum Übertragen der Maße für das Schott erstellt werden. Hierbei ist Geduld, Augenmaß und wieder Geduld gefragt.

Bau eines Flutkanals

Nehmen Sie ein Stück stabiles Kartonpapier, welches so lange mit Cutter-Messer und Schere bearbeitet wird, bis es ganz exakt in das Bootsinnere passt und ein exaktes Abbild der benötigten Flutkanalwand darstellt.

Werfen Sie zu klein geratene Schablonen weg. Gehen Sie davon aus, dass Sie zu Anfang mehrere Anläufe benötigen bis Ihnen ein akzeptables Werkstück gelingt. Gehen Sie hier keine Kompromisse ein. Später muss diese Wand mit seinen Übergängen zum Bootskörper absolut wasserdicht sein. Ein zu groß geratenes Schott ist ebenfalls für den Einbau ungeeignet. Dieses lässt sich nur unter Spannungen einsetzen und wird somit Beulen und Verwerfungen am Rumpf erzeugen. Das Boot wäre jetzt wertlos.

Tipp: Stellen Sie diese Schablone in 2 Teilen her: Der erste Teil für das Heck bis in den vorderen Bereich des Deckels, der zweite Teil für den Bug. Zusammengelegt erhalten Sie eine komplette Flutkanalschablone.

Ist die Schablone fertig, übertragen Sie die Umrisse auf eine ABS- Platte und schneiden Sie diese mit einer kräftigen Schere aus. Die Kanalwand wird auf der Bootsinnenseite mit grobem Schleifpapier aufgeraut. Die Flutkanalwand wird in das Boot eingesetzt, evtl. noch mal nachgearbeitet und vor dem Laminieren punktuell mit ein paar Tropfen Sekundenkleber in seiner Lage fixiert. Die Fugen zum Bootskörper werden dann mit 1-2 Lagen Glasgewebe und 24 Std. Epoxyd- Harz einlaminiert. Bei dieser Arbeit ist noch einmal sehr viel Geduld gefordert und so mancher verzweifelt daran, wenn er in der Bugspitze den Flutkanal einlaminieren soll. Da hilft aber nun gar nichts. Da muss man durch. Schneiden Sie sich genügend Glasfaserstreifen zu Längen von 10- 20 cm zurecht. Die Breite sollte so 2 cm betragen. Das Harzgemisch wird zuerst auf das Schott in der zum Glasfaserstreifen passenden Länge aufgetragen. Die erste Lage Streifen wird nun mit einem Pinsel aufgebracht, mit leichtem Druck angestrichen, besser: antupfen. Dann das nächste Stückchen mit Überlappung usw. Im Bugbereich wird es natürlich mächtig eng, weil man nicht weiß, wie man den Pinsel halten soll. Versuchen Sie es mit langstieligen Pinseln. Manchmal geht es besser mit kurzen Pinseln. Da muss man probieren und wie schon gesagt: Viel Geduld. Da das seine Zeit dauert kann ich hier nur von 5 min Epoxyd- Harzen abraten. Das wird nichts. Mischen Sie auch nur kleine Mengen Harz an. Man kann ja neu anmischen, wenn die Menge nicht reicht.

Nach dem Aushärten wird der Heckspant im Bereich der nun gebildeten Flutkammer herausgefräst.

Entlüftung des Flutkanals im Stufenbereich Jetzt erfolgt ein Dichtigkeitstest. Den Kanal füllen Sie durch die Hecköffnung vollständig mit Wasser. Es sollte kein Tropfen Wasser in das Bootsinnere gelangen. Als Tipp zum Suchen der Undichtigkeiten: Füllen Sie den Flutkanal abschnittsweise mit Wasser, indem Sie das Boot senkrecht mit dem Bug nach unten halten. Sollte es eine undichte Stelle geben, so leert sich der Kanal bis direkt unterhalb des Lecks.

So finden Sie immer die Leckage, die dem Bug am nächsten ist. Die undichten Stellen laminieren Sie erst nach, wenn die Klebestellen nicht mehr feucht sind. Achtung: Die Klebestellen müssen trocken sein!

Manchmal hilft es nur noch von innen an den Flutkammernähten ein wenig leicht angedicktes Harzmaterial entlang laufen zu lassen um die Nahtlücken zu schließen. Aber: Nehmen Sie nicht zu viel Material, sonst ist der Bug komplett mit Harz vergossen. Das kostet nur Gewicht, und, was noch viel tragischer ist: Die Flutkammer existiert nicht mehr.

Ist alles dicht, ist der Flutkanal erst einmal fertig. Die noch nicht erstellte(n) Entlüftungsöffnung(en) im Bugbereich wird/ werden ganz zum Schluss erstellt, wenn alle Einbauten erfolgt sind. Diese Öffnung(en) sollten nämlich oberhalb der Wasseroberfläche sein, wenn das Boot mit seinem Kampfgewicht auf dem Rücken schwimmt. Die Lage ermitteln wir später beim sog. Badewannentest.

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